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Deutschland friert bei arktischer Kälte, und daran soll sich in den nächsten Tagen nichts ändern.Tief „Daisy“ bringt nicht nur Dauerfrost sondern am Wochenende kann es bis zu 40 Zentimeter Neuschnee geben.
Meteorologen sprechen von einer Vb-Wetterlage!
Was ist eine Vb -Wetterlage?
"Das auf Vb-artiger Zugbahn nordwärts bis Sonntag nach Polen ziehende Tief führt an seiner Nordwestflanke zu verstärkten Aufgleitprozessen, sodass im Osten und Nordosten länger andauernde Schneefälle auftreten." So steht es in der synoptischen Übersicht des Deutschen Wetterdienstes vom 04.01.2010 für die Mittelfristvorhersage im Bereich von 4 bis 10 Tagen. Das heutige Thema des Tages soll dem Leser nahe bringen, was man unter dieser Vb-artigen Zugbahn versteht und was das Besondere an einer Vb-Wetterlage ist.
Eine Vb-Wetterlage (sprich: "fünf-b") ist eine spezielle Wetterlage. Eine Wetterlage lässt sich nach Bauer als eine bestimmte atmosphärische Strömungsanordnung beschreiben. Nun hat man im Laufe der Zeit verschiedene Systematiken entwickelt, um Wetterlagen in Europa zu charakterisieren. Eines dieser Systematiken stammt von Wilhelm Jacob van Bebber, der sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts mit Wetterlagen beschäftigte. Er teilte die Wetterlagen nach der Zugbahn von Tiefdruckgebieten ein. Von dieser Charakterisierung ist heute nur noch die Bezeichnung der "Zugbahn Vb" gebräuchlich. Sie beschreibt die Zugbahn eines Tiefs vom Golf von Genua über Österreich nach Tschechien und Polen. Sie beginnt meist mit der Bildung eines Genuatiefes, das sich besonders gut entwickeln kann, wenn kalte Luftmassen aus Frankreich in den Golf von Genua und somit über das warme Mittelmeer gelangen. Diese Tiefs ziehen dann des Öfteren mit der Höhenströmung auf der beschriebenen Zugbahn nach Nordosten.
Das Besondere an diesen Vb-Wetterlagen ist, dass sie mit größeren Niederschlagsmengen verbunden sind. Denn auf der Vorderseite des Vb-Tiefs wird warme und feuchte Mittelmeerluft herangeführt, die auf die kalte Luft auf der Tiefrückseite aufgleitet. An der Grenze dieser beiden Luftmassen kommt es oft zur Bildung stärkerer Niederschläge, die durch den Anstau an Gebirgen wie zum Beispiel dem Erzgebirge und den Alpen noch verstärkt werden.
Beim Jahrhunderthochwasser im August 2002 an der Elbe herrschte so eine Vb-Wetterlage vor. Damals fielen in den Kammlagen des Osterzgebirges über 300 mm in 24 Stunden. In Zinnwald- Georgenfeld wurden sogar 415 mm in 24 Stunden gemessen. Dies entspricht in etwa einem Viertel der Jahresniederschlagsmenge an dieser Station. Die Folge war extremes Hochwasser an mehreren Flüssen. Solche verheerenden Auswirkungen haben aber nur die wenigsten Vb-Wetterlagen. Denn die Niederschlagsintensität und Verteilung hängen sehr stark von der Zugbahn des Tiefdruckgebietes ab. Diese lässt sich oft nur schwer prognostizieren.
Für das kommende Wochenende rechnen die Wettermodelle wieder mit der Entwicklung einer Vb-Wetterlage, die besonders im Osten Deutschlands größere Neuschneemengen bringen könnte. Diese Wetterlage ist eigentlich untypisch für Januar, denn die Bedingungen für Vb-Wetterlagen sind im Herbst oder im Frühjahr, wenn es häufiger zu starken Kaltlufteinbrüchen über Frankreich bis ins Mittelmeer kommt, am günstigsten. Wo am Wochenende wie viel Schnee fallen wird, hängt dabei wie bereits erwähnt, stark von der Zugbahn des Tiefs ab, die von den Modellen derzeit noch nicht ausreichend genau berechnet werden kann. Deshalb ist eine genauere Schneevorhersage zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr unsicher. Weitere Informationen über die Entwicklung dieser spannenden Wetterlage finden sie in der synoptischen Übersicht des Deutschen Wetterdienstes für die Mittelfrist und ab dem 06.01. auch für die Kurzfrist auf der DWD-Hompage unter Hobbymeteorologen und Spezialberichte.
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