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Deutscher Wetterdienst lud zum internationalen Expertentreffen Gefährliche Tornados - auch in Deutschland ein Thema Langen/Hessen, 25. Februar 2005 – Vor einigen Jahren noch waren Tornados in Deutschland ein eher wenig beachtetes Wetterphänomen - sowohl in der Öffentlichkeit als auch bei den Fachleuten. Das hat sich inzwischen geändert. Einige spektakuläre Fälle der letzten Jahre, in Wittenberg, Acht, Duisburg und Micheln zeigten, dass Tornados auch Teil unserer "Wetterküche" sind. Ein international besetztes Symposium des Deutschen Wetterdienstes (DWD) brachte am 24./25. Februar in Langen in Hessen Experten aus aller Welt an einen Tisch und neue Erkenntnisse ans Tageslicht. In Deutschland ist der DWD zuständig für die Überwachung und Vorhersage des Wetters sowie für die Warnung vor wetterbedingten Gefahren. Dazu gehören auch Tornados. Deutscher Wetterdienst arbeitet an neuen Vorhersagemethoden Der DWD arbeitet seit einiger Zeit an Verbesserungen zur Erkennung und Vorhersagbarkeit von Tornados in Deutschland. Experte Andreas Friedrich, Leiter einer DWD-Arbeitsgruppe, am Rande des Symposiums: "Der Deutsche Wetterdienst als Referenz für Meteorologie in Deutschland will die Erforschung von Tornados federführend voranbringen. Es ist wohl nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass bei den letzten Tornados nur wenige Menschen verletzt und niemand getötet wurde". Genaue Analysen und Berichte der "Tornadojäger" sind wertvoll Im Netzwerk TorDACH haben sich Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengefunden, um alle Berichte über Tornados genau zu registrieren und auszuwerten. "Es gibt statistisch zwar eine erhöhte Zahl von Meldungen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, aber das Phänomen ist generell überall möglich", sagte TorDACH-Vertreter Dr. Nikolai Dotzek. "Nach unseren Auswertungen gibt es ein Maximum in den Monaten Juni und Juli. Wenn Tornados auftreten, dann vor allem in den späten Nachmittagsstunden." In Deutschland sind Tornados kaum vorhersagbar. Die Sicherheit, dass sich ein Tornado gebildet hat, liefern nur direkte Augenzeugenberichte. Eine wichtige Aufgabe wollen hierbei künftig die im Verein Skywarn Deutschland organisierten Tornadojäger, die sogenannten "Stormchaser" oder "Spotter", mit Direktmeldungen zum DWD übernehmen. Neben diesen Beobachtungen beabsichtigt der DWD zukünftig auch die großen nationalen Rettungs- und Hilfsorganisationen wie Feuerwehren, Polizei, DRK, THW in die Tornadowarnung mit einzubinden, um so ein optimales Warnmanagement zu schaffen. Klimawandel bisher noch ohne erkennbare Auswirkungen Ein "Stormchaser" der ersten Stunde und gleichzeitig einer der weltweit anerkanntesten Tornado-Forscher ist sicherlich Dr. Charles Doswell. Er stellte auf dem DWD-Symposium seine neuesten Forschungsergebnisse aus den USA vor. Dort werden jedes Jahr über 1 000 Tornados registriert. In Europa sind es etwa 300. Mit 25 bis 50 Todesopfern und Schäden von bis zu einer Milliarde US Dollar im Jahr muss dort im Mittel gerechnet werden. Doswell: "Nach meinen Erkenntnissen ist ein Trend zu mehr Tornados aufgrund des Klimawandels in den USA derzeit nicht erkennbar." Nationale Wetterdienste kooperieren bei der Tornadoforschung NinJo ist ein neues Computerprogramm zur Verarbeitung meteorologischer Daten und Erzeugung neuartiger Produkte. Es wurde vom DWD in Zusammenarbeit mit den nationalen Wetterdiensten in Kanada, Dänemark und der Schweiz entwickelt und enthält unter anderem auch ein weltweit führendes System zur Erkennung von Tornados. Auch Vorhersagen will man damit künftig versuchen, so Paul Joe vom kanadischen Wetterdienst. "NinJo wird derzeit in einer ersten Version im DWD eingeführt. Das Tornado-Paket wird im Jahr 2006 zur Verfügung stehen und soll den Meteorologen des DWD dann Tornado-Warnungen in Deutschland ermöglichen. DWD-Experte Andreas Friedrich wertete in einem Fazit das Treffen der weltweit führenden Tornado-Experten als wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem effektiven Tornado-Warnsystem in Deutschland: "Es ist notwendig, die Bevölkerung vor diesen sehr kurzfristig und kleinräumig auftretenden, aber extrem gefährlichen Wetterphänomenen künftig noch besser schützen zu können." Die Umsetzung aller Forschungsergebnisse zu einem für die Bevölkerung effektiv nutzbaren Warnsystem vor Tornados sind allerdings nur durch gemeinsame Anstrengungen möglich. Sehr wichtig ist dabei das "Single-Voice" Prinzip bei Unwetterwarnungen. Die DWD-Warnungen vor Unwettern oder auch vor Tornados sollen die Bevölkerung in einheitlicher Form direkt und schnellstmöglich erreichen. Der nationale Wetterdienst kooperiert dabei eng mit den Medien und seinen behördlichen Partnern. Nur so kann erreicht werden, dass Schäden minimiert und Menschenleben geschützt werden können. Über Wettergefahren in Deutschland informiert der Deutsche Wetterdienst (DWD) übrigens im Internet kostenlos und fortlaufend unter www.dwd.de und www.wettergefahren.de. Pressemitteilung DWD www.dwd.de/presse
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