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Nie war es heißer und sonniger in Deutschland
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Offenbach, 28. Juli 2006 – "In den Archiven des Deutschen Wetter-dienstes finden wir keinen Monat, der heißer und sonniger war als der Juli 2006. Dieser Monat schlägt alle Rekorde." Das erklärte Wolfgang Kusch, Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), mit Blick auf die bis in Jahr 1901 zurückreichenden deutschlandweiten Wetter-beobachtungen. Nur beim Niederschlag kam der Juli 2006 nicht aufs Treppchen. Trotzdem war es in Deutschland im Mittel deutlich zu trocken. Das meldet der DWD nach ersten Auswertungen der Ergeb-nisse seiner rund 2 600 Messtationen.

Deutschlandweit lagen die Temperaturen mit 22,1 Grad Celsius (°C) 5,2 Grad über dem vieljährigen Durchschnitt von 16,9°C. An etwa 80 Prozent der bereits ausgewerteten Stationen des nationalen Wetter-dienstes wurde der heißeste Monat seit Beginn der lokalen Wetter-aufzeichnung registriert. In einigen Orten wie zum Beispiel Karlsruhe, Trier und Jena ging jeder Juli-Tag als Sommertag mit einer Höchsttemp-eratur von über 25 °C in die Chronik ein. Im Südwesten und in Branden-burg wurde die 30-Grad-Marke verbreitet an mehr als 20 Tagen über-troffen. An zahlreichen Stationen wurden zudem neue Rekordhöchst-werte gemessen wie zum Beispiel in Kalkar (Niederrhein) mit 38,6 °C am 19. oder Wernigerode im Harz mit 36,4°C am 20. Am wärmsten war es am 20. mit 38,9 °C in Bernburg an der Saale.

Nur die Hälfte des üblichen Regens – aber Spitzenwerte im Einzelfall

Der Niederschlag fiel fast nur in Verbindung mit Schauern und Ge-wittern. Die Niederschlagsbilanz war daher höchst unterschiedlich, aber überwiegend negativ. Es wurden bundesweit durchschnittlich etwa 45 Liter pro Quadratmeter Regen gemessen. Das entspricht knapp 60 Prozent des klimatologischen Mittelwertes von 78 Liter pro Quadrat-meter. Vor allem der Osten Deutschlands aber auch Gebiete im Norden und ganz im Westen litten unter großer Trockenheit, da dort gebiets-weise nicht einmal 20 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge erreicht wurde. Einige, häufig von Gewittern heimgesuchte Orte wie Erfurt, Karlsruhe und Stuttgart lagen dagegen deutlich über dem langjährigen klimatologischen Mittelwert. In Karlsruhe fielen allein am 7. des Monats 76,5 Liter pro Quadratmeter - soviel wie noch nie im Juli.

Der Juli 2006 war der sonnigste Monat seit Aufzeichnungsbeginn. Überall gab es mehr Sonne als üblich. An den meisten DWD-Stationen mit Sonnenscheinaufzeichnung wurden die Rekordwerte für die Sonnenscheindauer eines Monats übertroffen. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer betrug 336 Stunden und lag damit sehr deutlich über dem Normalwert von 209 Stunden. Einige Orte im Nordosten und in den deutschen Mittelgebirgen hatten sogar ein Plus von mehr als 80 Prozent zu verzeichnen. Besonders sonnenscheinreich war laut DWD die Ostseeküste mit nahezu 400 Stunden Sonnenschein.

Temperaturen in den Ländern im Juli 2006

Aktuelle Mittelwerte* in Grad Celsius und Abweichungen vom langjährigen Durchschnitt in Grad

Baden-Württemberg 22,6 +5,5

Bayern 21,6 +4,9

Berlin 23,9 +5,6

Brandenburg 23,4 +5,5

Bremen 21,9 +5,1

Hamburg 22,5 +5,5

Hessen 22,1 +5,2

Mecklenburg-Vorpommern 21,9 +5,1

Niedersachsen 21,8 +5,1

Nordrhein-Westfalen 22,3 +5,3

Rheinland-Pfalz 22,8 +5,7

Saarland 23,3 +5,8

Sachsen 21,9 +4,7

Sachsen-Anhalt 22,5 +5,0

Schleswig-Holstein 21,0 +4,7

Thüringen 21,7 +5,3

*Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die notwendigen Daten der letzten Tage des Monats basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluß standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.

Quelle: DWD

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 02. Oktober 2006 um 00:35 Uhr
 

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