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"Kyrill" sorgt für Chaos im Wildgehege
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Quelle VON F.A. HEINEN, Ksta.de

Marie-Theres Fischer konnte gestern Morgen, als das ganze Ausmaß des Sturmschadens im Wildfreigehege erkennbar wurde, die Tränen nicht zurückhalten. Entwurzelte und abgebrochene Bäume lagen kreuz und quer durcheinander, die Gehegezäune waren niedergeworfen. Und das Schlimmste: Vermutlich sind auch große Tiere unter den stürzenden Bäumen zu Tode gekommen. Von den zehn zu Weihnachten aus Lappland importierten Rentieren waren gestern nur noch sieben zu finden. Die anderen sind entweder ausgebüxt oder wurden von Bäumen erschlagen.

Nun sucht das Wildfreigehege dringend Hilfe aller Art: „Wer mit Rat oder Tat helfen möchte, soll sich melden. Wir brauchen jede Hand“, sagte Geschäftsführerin Marie-Theres Fischer gestern. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten werden Wochen dauern. Bereits vor dem Sturm hatte das Wildgehege Vorsorge getroffen. Ab 16 Uhr stand das Personal „Gewehr bei Fuß“. Teilweise meldeten sich die Mitarbeiter aus dem Urlaub, um mit anzupacken. Die Braunbären wurden im Stall eingeschlossen. Nicht auszudenken, wenn die Raubtiere beispielsweise über einen umgestürzten Baum ihr Terrain verlassen hätten. Auch die Gehege der Luchse und der großen Wisente wurden besonders beobachtet, weil von diesen Tieren potenziell Gefahren ausgehen könnten, wenn sie denn entwichen wären.

Wege unpassierbar

Am späten Nachmittag fielen die ersten Bäume auf Wege und Zäune, mit Kettensägen versuchten die Mitarbeiter, die Schäden einzugrenzen. Das war eine gefährliche Arbeit, denn zwischen dem Dröhnen der Kettensägen hörte man immer wieder auch das Krachen abbrechender Bäume. An vielen Stellen ragten gestern die großen Tellerwurzeln der umgekippten Fichten in die Höhe. Als gestern das Ausmaß des Schadens erkennbar wurde, rief Marie-Theres Fischer die Feuerwehr zur Hilfe. Besonderes Augenmerk legten die Wehrmänner darauf, dass der Bereich der Umzäunungen freigelegt wurde. Teilweise hatte der Sturm weite Schneisen zwischen die Fichten gefegt, so dass etliche Wege unpassierbar waren. Selbst Stunden später war noch unklar, was mit dem Rot- und Damwild war. Deren abseits gelegene Gehege waren ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Vereinzelt waren vom Weg aus verstörte Tiere zwischen dem Chaos umgestürzter Bäume erkennbar. An vielen Stellen waren auch hier die Zäune zerstört. Marie-Theres Fischer befürchtete wahrscheinlich zu Recht, dass etliche Hirsche die Gelegenheit genutzt haben, sich in die umliegenden Wälder zu verdrücken. Aber auch unter den Bäumen im Gehege könnten noch tote oder verletzte Tiere liegen.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 20. Januar 2007 um 11:42 Uhr
 

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