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Eifel / Kall-Sistig - Die „Ruhe nach dem Sturm“ gab es in Sistig nicht. Nachdem der Tornado der Stärke zwei bis drei am Sonntagabend (13.05.2007) mit mehr als 200 km / h auf bis zu zwei Kilometern Breite von Hellenthal-Hahnenberg bis Kall-Urft eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hatte, packten die Bürger sofort an. Bereits bevor die Feuerwehren eintrafen, waren die ersten Bäume mit Kettensägen zerlegt und von der Schleidener Straße geräumt worden. Selbst offensichtlich schockierte Nachbarn halfen sich gegenseitig beim notdürftigen Abdichten von Lücken in der Dachabdeckung und bei eingedrückten Türen und Fenstern. Das sei eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft gewesen, stellte Kreisbrandmeister Udo Crespin gestern anerkennend fest. Die Heftigkeit des Sturms übertraf alles, was in den letzten Jahren diesbezüglich im Kreis Euskirchen beobachtet wurde. Im Sägewerk Völler beispielsweise wurden nicht nur die Dächer und Fassaden der Produktionshallen buchstäblich zerrupft; dort versetzte der Orkan sogar einen großen Metallcontainer um rund 15 Meter. Teile des Dachs flogen Hunderte Meter weiter und landeten in einem Hausgarten. Daniel Vermöhlen in Sistig beobachtete durch das Fenster, wie Pferde auf einer benachbarten Weide vom Sturm gepackt und mehrere Meter durch die Luft geschleudert wurden. Überhaupt grenzt es an ein Wunder, dass bei diesem Naturereignis niemand ernstlich verletzt wurde. Am Ortsrand in Richtung Frohnrath wurde ein als Abstellplatz für Wohnwagen genutztes ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude regelrecht zerfetzt. Der Sturm drückte die mit Schwemmsteinen gemauerte Außenwand eines Anbaus ein, worauf sich die komplette Dachverkleidung des großen Gebäudes löste. Hunderte Meter weiter fanden sich später die völlig verbogenen Blechteile in Wiesen und Gärten wieder. Ein Blech hatte einen festen Metallzaun glatt umgehauen. 120 Feuerwehrleute Nahezu kein Haus in Sistig blieb verschont. Fast überall waren Schäden an den Dächern entstanden. Gestern standen fast vor jedem Haus Leitern, um auf den Dächern weggeflogene Dachziegel zu ersetzen. Die Feuerwehr bilanzierte neben zahllosen kleineren Schäden 25 erhebliche Beschädigungen an Häusern und Hallen. Sistiger berichteten hinterher, dass sie teilweise in ihren Häusern von innen die Hände gegen die Fensterscheiben gedrückt hätten, um zu verhindern, dass der Sturm sie eindrückte. Das war allerdings angesichts dieser Urgewalt nicht überall erfolgreich. Da, wo die Nachbarschaftshilfe nicht ausreichte, packte die Feuerwehr an. Die Kaller Wehren rückten mit 60 Mann an, später wurden zur Unterstützung noch die Drehleitern aus Mechernich und Schleiden angefordert sowie ein spezielles Beleuchtungsfahrzeug der Feuerwehr Pesch. Am Ende waren 120 Mann im Einsatz. Hauptsächlich ging es darum, die Wege wieder befahrbar zu machen und Gefahrenstellen zu beseitigen - etwa dort, wo Bäume gegen Häuser gefallen waren. Betroffen waren auffallend viele Obstbäume in den Gärten, die als Solitäre teilweise seit Jahrzehnten jedem Sturm getrotzt hatten. Die Stämme waren teilweise regelrecht zerfetzt worden. Am Ortsrand in Richtung Felser hatte der Sturm mit voller Wucht Kleinholz in einem Fichtenbestand gemacht. Nahezu alle Bäume waren in fünf bis zehn Metern Höhe einfach abgebrochen worden, die Baumkronen waren teilweise weit weggeflogen. Problematisch war unmittelbar nach dem Durchzug des Unwetters die Verkehrssituation. Auf die Landstraße in Richtung Kall waren etliche Chausseebäume gestürzt, zeitweilig waren dort Autofahrer eingeschlossen. Sowohl vor als auch hinter ihnen versperrten Baumstämme die Straße. Sistig war zeitweilig nur über Schleichwege erreichbar, da auch am Ortseingang an der Schleidener Straße mehrere Bäume lagen. Erstaunlich fand Udo Crespin die enge Begrenzung des Unwetters und die kurze Zeit, in der das Chaos über den schmalen Korridor hereinbrach. Um 19.05 Uhr kam der erste Notruf aus Hahnenberg, um 19.15 Uhr der erste Sturm-Notruf aus Urft. In diesen zehn Minuten war alles passiert. Die Feuerwehr war noch bis nach Mitternacht im Einsatz. Wobei etliche Sistiger Wehrmänner das Problem hatten, dass ja auch ihre eigenen Häuser beschädigt waren. Quelle: ksta.de VON F.A. HEINEN
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