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Richtig heizen
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Emissionen

Alle fossilen Brennstoffe, dazu zählen Kohle, Holz, Öl und Gas, verursachen bei ihrer Verbrennung Emissionen. Bei allen angebotenen Brennstoffen stehen den positiven Aspekten spezifische Risiken, Nachteile oder Bedenken gegenüber. Generell gilt es heute mehr denn je, alle Möglichkeiten zu nutzen, um die Emissionen so niedrig wie möglich zu halten. Dazu gehören neben der sachkundigen Beratung durch Schornsteinfeger, Schornsteinhersteller, Kachelofenbauer, Brennstoff-Fachhändler, Fachhandwerker auch der Einsatz moderner Heizgeräte, die geeigneten Brennstoffe und die richtige Bedienung der Geräte.

Moderne Feuerstätten für Festbrennstoffe

Moderne Feuerstätten für feste Brennstoffe liegen voll im Trend. Individuelle Geräteformen, die Atmosphäre, das Feuererlebnis in den eigenen vier Wänden und die damit verbundene Gemütlichkeit sind die ausschlaggebenden Kaufargumente. Jedes Jahr steigt der Bestand an Kachel/-Kaminöfen und offenen Kaminen in Deutschland um durchschnittlich rund 200.000 bis 250.000 Stück. Diese Geräte werden überwiegend als Zweit- bzw. Reserveheizung, z. B. während der Übergangszeit genutzt.

Die Anforderungen an Haushaltsfeuerstätten beschränken sich heute nicht mehr darauf, mit möglichst formschönen Feuerstätten Wärme zu erzeugen. Neben der Sicherheit stehen zunehmend Wirtschaftlichkeit und Emissionsverhalten im Vordergrund. Gegenüber alten Geräten wurden hinsichtlich der Gerätetechnik deutliche Verbesserungen zur Emissionsreduzierung erzielt. Auf dem Markt sind bereits Neuentwicklungen der Feuerstättenhersteller, deren Emissionswerte deutlich unter denen der Standardgeräte liegen.

Braunkohlebriketts und Holz als ideale Brennstoffe

Ein traditioneller und bewährter Brennstoff ist seit vielen Jahrzehnten das Braunkohlebrikett. Es wird aus der zerkleinerten und getrockneten Braunkohle ohne Verwendung von Bindemitteln hergestellt. Rohstoff- und produktionsbedingt weisen Braunkohlebriketts eine definierte und konstante Qualität auf. Sie unterliegen einer strengen Kontrolle. Der Einsatz von Brennstoffen in Haushaltsfeuerstätten wird in der Kleinfeuerungsanlagenverordnung geregelt. Danach sind Braunkohlebriketts der Marken UNION und REKORD aus den deutschen Braunkohlerevieren als Brennstoff zugelassen. Sie sind die idealen Brennstoffe für eine emissionsarme Verbrennung. Diese einheimischen Marken sind bestens geeignet und erfüllen jederzeit die gesetzlichen Anforderungen.

Darüber hinaus ist trockenes Holz (2 Jahre überdacht gelagert) vorzugsweise in Form von Scheitholz und Holzbrikett ein nach DIN-Norm zugelassener Brennstoff.

Richtiges Heizen mit Braunkohlebriketts und Holz

Praktizierter Umweltschutz ist nicht nur eine Frage der Umweltverträglichkeit des Brennstoffs und des modernen Heizgeräts. Um unnötige Emissionen zu vermeiden muss der Dreiklang

  • richtiger Brennstoff
  • richtige Feuerstätte und Schornstein sowie
  • richtige Handhabung

stimmen. Bei richtiger Bedienung der Heizgerätes können die Emissionen bei der Verbrennung von hochwertigen Briketts aus Braunkohle und Holz deutlich gesenkt werden. Eines der wichtigsten Gebote muss deshalb lauten:

Unbedingt die Bedienungsanleitung des Heizgerätes benutzen!

Es dürfen nur zugelassene Brennstoffe eingesetzt werden. Abfälle, Plastik, Pappen, behandeltes Holz (gestrichen, lackiert, imprägniert oder Spanplatten) usw. dürfen nicht verbrannt werden. Sie heizen mit Braunkohlebriketts und Holz sparsam und vermeiden unnötige Emissionen, wenn Sie  bei der Bedienung einige Regeln beachten:

Feuer anzünden

Legen Sie geeignete Anzünder, eine ausreichende Menge Anzündholz, ein paar Braunkohlebriketts bzw. dünne Holzscheite auf den sauberen Rost. Bringen Sie den Luftregler in Anzündstellung, zünden Sie an und schließen Sie die Feuerraumtür. Wenn der Brennstoff vollständig überzündet hat, stellen Sie den Luftregler auf die gewünschte Leistungsstufe.

Dauerbrand halten/Heizbetrieb Ist noch genügend Glut vorhanden, dann rütteln Sie einfach die Asche ab bzw. schüren das Glutbett. Legen Sie ein paar Braunkohlebriketts bzw. Holz auf die Glut und stellen Sie den Luftregler auf Anzündstellung. Wenn der Brennstoff überzündet ist, stellen Sie den Luftregler auf die gewünschte Wärmeabgabe ein. Beachten Sie bitte, dass bei der Holzverbrennung die Luftzuführung über den  Luftregler nicht zu sehr gedrosselt wird.

Glut halten

Legen Sie vor der Nachtruhe noch zwei bis vier Braunkohlebriketts auf und warten Sie bis sie brennen. Dann schließen Sie den Luftregler. Am nächsten Morgen sind Ihre Räume wieder schnell schön warm.

Zum Schluss

Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart 5-7% Heizenergie. Um Energie zu sparen und die Umwelt zu schonen, sollte man nur soviel Brennstoff auflegen wie gerade nötig. Die Feuerstätten sowie die Verbindungsstücke zum Schornstein sollten regelmäßig von einem Fachmann gewartet werden. Eine mangelhafte Wartung bringt Leistungsverluste, die letztlich unnötige Emissionen bewirken.

 

Geeignete Holzarten für Brennholz

Es sollten nur heimischen Holzarten verheizt werden. Für die Verbrennung im Ofen oder Kamin bis 15 kW Brennleistung dürfen nur unbehandelte Hölzer verwendet werden, dies regelt übrigens die 1. Bundes Immissionsschutzverordnung (BImSchV).

Holz ist Biomasse, also ein nachwachsender Brenn- und auch Rohstoff.
Holz wird in zwei Arten unterteilt. Laubholz und Nadelholz.
Hier einige Nadelhölzer: Tanne, Fichte, Kiefer, Lärche, Eibe etc.
Hier einige Laubhölzer: Obstgehölze, Buche, Eiche, Pappel, Esche, Birke, Robinie, Kastanie etc.
Tropenhölzer sind: Balsa, Ebenholz, Limba, Mahagoni, Palisander, Schlangenholz, Pockholz, Teak etc.

Hölzer aus Tropenwäldern sog. Tropenholz sollte wegen der unkontrollierten Abholzung des Regenwaldes nicht verbrannt oder verarbeitet werden, auch kein Abfall oder Plantagenholz.

Tropenholz welches nachweislich aus kontrollierten genehmigten Plantagen stammt bildet die Ausnahme. Lassen Sie sich dies vom Händler schriftlich bestätigen und achten Sie auf Gütesiegel wie z.B. das vom FSC und Naturland. Auch Hölzer wie Kiefer, Fichte, Lärche können z.B. aus Ländern kommen die keine nachhaltige Forstwirtschaft betreiben. Fragen Sie auch hier nach einheimischem oder zertifiziertem Holz/Brennholz z.B. FSC.

Feinstaub

Wenn Holz verbrennt wird genausoviel CO2 ausgestossen wie das Holz während seines Wachstums aufgenommen hat, aber leider entsteht bei der Verbrennung auch immer Feinstaub. Holzpelletkessel können z.B. mit Feinstaubfiltern ausgerüstet werden, fragen Sie danach !

Gas hat nahezu keine Feinstaubemissionen, Öl im Vergleich zu Holz nur sehr wenig.
Einerseits sind die Hersteller gefragt, entsprechende Filter zu entwickeln.
Andererseits kann der Inhaber eines Holzofens etwas dazu beitragen den Feinstaub zu reduzieren.
Beachten Sie deshalb den Punkt 2.10 "Richtig Heizen"
Achten Sie auf Gütesiegel z.B. Blauer Engel.

Wieviel Feinstaub bei der Holzverbrennung ca. ausgestossen wird sehen Sie hier:

Feuerung Nennwärmeleistung (kW) Ausstoss in kg/Terajoule (TJ) Brennstoffenergie
Dauerbrandöfen weniger als 15 ca. 71
Kachelöfen weniger als 15 ca. 111
Kamine weniger als 15 ca. 158
Kaminöfen weniger als 15 ca. 113
Heizkessel 4 - 25 ca. 22
Neue Ölkessel 4 - 25 ca. 1,7

Quelle: Struschk

Faustformel für den Wirkungsgrad bezogenen Holzpreis


Faustformel Einzelofen:
Einzelofen mit Wirkungsgradfaktor, 0,7
Mehrpreis: 2,99 EUR : 0,7 = 4,27 EUR
Mehraufwand: 10 kg : 0,7 = 14,2 kg
Faustformel - [Holzpreis ] + 50 % (statt 40%) des Preises
Sie verheizen 10 kg Holz z.B. Kleingebinde aus dem Baumarkt, das kostet Sie vermeindlich 2,99 EUR.
Wenn Sie ihr Öl verheizen würden, dann kostet Sie dies bei einem Niedertemperaturkessel 2,60 EUR.
Nun haben Sie beim Einzelofen Verluste durch den schlechten Wirkungsgradfaktor von 0,7 !. D.h. Der Preis für Holz den Sie für die Raumwärme bezahlen ist nicht 2,99 sondern 2,99 + ca. 50 % = 2,99 + 1,5 = 4,50 EUR (Faustformel).

Sie verheizen 1RM Buchenbrennholz (ca. 528kg) aus dem Holzhandel das kostet Sie vermeindlich 65 EUR.
Wenn Sie Öl verheizen würden, dann kostet Sie dies 137 EUR.
Mehrpreis: 65 EUR : 0,7 = 92,8 EUR !
Mehraufwand: 528 kg : 0,7 = 784 kg !
Nun haben Sie beim Einzelofen Verluste durch den schlechten Wirkungsgradfaktor von 0,7 !.
D.h. Der Preis für Holz den Sie für die Raumwärme bezahlen ist nicht 65 EUR sondern 65 EUR + ca. 50 % = 65 + 32,5 = 97,5 EUR (Faustformel).

Faustformel offener Kamin:

Mehrpreis: 2,99 EUR : 0,5 = 5,98 EUR !
Mehraufwand: 10 kg : 0,5 = 20 kg !
Mit Wirkungsgradfaktor, gerundet 0,5 (statt 0,4).
Faustformel - [Holzpreis ] + 100 % des Preises
Sie verheizen 10 kg z.B. Kleingebinde aus dem Baumarkt, das kostet Sie vermeindlich 2,99 EUR.
Wenn Sie ihr Öl verheizen würden, dann kostet Sie dies 2,60 EUR.

Nun haben Sie beim offener Kamin Verluste durch den schlechten Wirkungsgradfaktor von ca. 0,5 !. D.h. Der Preis für Holz den Sie für die Raumwärme bezahlen ist nicht 2,99 sondern 2,99 + 100 % = 2,99 x 2 = 5,98 EUR (Faustformel).


Sie verheizen 1RM Buchenbrennholz (528kg) aus dem Holzhandel das kostet Sie vermeindlich 65 EUR.
Wenn Sie Öl verheizen würden, dann kostet Sie dies 137 EUR.
Mehrpreis: 65 EUR : 0,5 = 130 EUR !
Mehraufwand: 528 kg : 0,5 = 1056 kg !
Nun haben Sie beim offener Kamin Verluste durch den schlechten Wirkungsgradfaktor von 0,5 !.
D.h. Der Preis für Holz den Sie für die Raumwärme bezahlen ist nicht 65 EUR sondern 65 EUR + 100 % = (gerundet) 65 x 2 = 130 EUR (Faustformel).


Holzpreise unter Einbeziehung des Wirkungsgradfaktors

Vergleiche der einiger Brennstoffe mit Kilowattstunden (kWh) und Preise



10 kWh = ca. 1 m³ Gas, kostet 0,56 EUR.
1 kWh = Gas, kostet 0,56 EUR : 10 = 0,056 EUR. (Arbeitspreis in kWh) lt. Abrechnung
10 kWh = ca. 1 Liter Heizöl, kostet 0,65 EUR.
1 kWh = Heizöl, kostet 0,65 EUR : 10 = 0,065 EUR.
10 kWh = ca. 2,5 kg Holz (im Kleingebinde) kostet 0,299 EUR/kg x 2,5 = 0,74 EUR.
1 kWh = Holz (im Kleingebinde), kostet 0,74 EUR : 10 = 0,074 EUR.
10 kWh = ca. 2,5 kg Holz (ab 1RM) kostet 0,12 EUR x 2,5 = 0,30 EUR. 1 kWh = Holz (ab 1RM), kostet 0,30 EUR : 10 = 0,030 EUR.


Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 15. Oktober 2009 um 14:52 Uhr
 

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