Das Hoch „Quentin“ hat die Republik mit klirrender Kälte fest im Griff. Speziell der Kreis Euskirchen gehört zu den kältesten Regionen. Mit minus zwölf Grad Celsius war es in Nettersheim so kalt wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren.Wetterexperte Karl-Josef Linden hat gestern die Gemeinde Nettersheim als den kältesten Ort in ganz Nordrhein-Westfalen ausgemacht. Mit minus zwölf Grad Celsius war es in Nettersheim damit so kalt wie zuletzt im Dezember 1996 zum Jahreswechsel 1997, als man bittere minus 20 Grad gemessen hat. Die aktuellen Minusgrade haben noch bundesweite „Topqualität“, denn in der Eifelgemeinde Nettersheim war es kälter als an der Zugspitze, die mit 2962 Metern ja wesentlich höher liegt, als Nettersheim mit zwischen 350 und 600 Meter über Normalnull. Karl-Josef Linden dazu: „In höheren Lagen kommt weniger kalte Luft in unsere Region, in den Tälern hingegen hält sich die Kälte.“ Nettersheim nahm in der Nacht zum Montag die sechste Stelle im Bundesgebiet ein. Linden registrierte für die Nacht vom Sonntag zum Montag höchst interessante Kältewerte. So wurden in Hellenthal minus 11,2 Grad gemessen, in Eicherscheid minus 11,5 Grad, in Füssenich und Sinzenich minus 9,3 Grad, in Euskirchen neun Grad unter Null, in Sistig acht Grad und in Schöneseiffen sieben Grad unter dem Gefrierpunkt. Die tiefen Temperaturen der letzten Tage haben dazu geführt, dass zahlreiche Tümpel und Teiche schon zugefroren sind und auch kleine Bachläufe von Eisschichten bedeckt sind. Dennoch warnen die Behörden davor, auf den stehenden Gewässern schon Schlittschuh laufen zu wollen: Das Eis sei zu dünn, es bestehe Lebensgefahr. Darauf macht auch die Pressesprecherin der Stadt Euskirchen, Silke Winter, aufmerksam: „In den städtischen Anlagen wie etwa dem Schillerpark sind die Teiche mit entsprechenden Verbotsschildern gekennzeichnet. Doch auch da, wo es keine Verbotsschilder gibt, ist es unbedingt gefährlich, zugefrorene Gewässer zu betreten.“ Auch in den nächsten Tagen, so Karl-Josef Linden, sei mit Minus-Graden zu rechnen. „In der Eifel bleibt es kalt bis voraussichtlich mindestens zum Dreikönigstag.“ Zwar werde es in den nächsten Tagen nicht mehr so starken Frost geben, doch für das Ende der Schulferien müsse man sogar mit Neuschnee rechnen. „Ein Kaltlufttropfen kommt von Osten in unsere Richtung, so dass die Temperaturen tagsüber wieder auf drei Grad unter Null fallen, in den Nächten kann es auch mal bis zehn Grad unter den Gefrierpunkt gehen“, sagt Linden. Wer Ski fahren will, der muss in die Wolfsschlucht bei Prüm fahren. Da wird das winterliche Weiß von Kunstschneekanonen produziert. Am „Weißen Stein“ hingegen gibt es laut Linden keinen Schnee. Quelle: Rundschau Online
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